[19], Sokrates begegnet zufällig Aristodemos auf der Straße. Der humoristische Aspekt des Mythos passt zu dem Komödiendichter Aristophanes. oder. librivox. Sein Werk befindet sich heute in der National Gallery of Art in Washington, D. C.[133], Die moderne Rezeption ist in erster Linie von der hohen Wertschätzung der literarischen Qualität des Symposions geprägt. Bezeichnend ist auch seine Trinkfestigkeit – der Weingenuss beeinträchtigt seine geistige Klarheit überhaupt nicht – und seine Fähigkeit, die ganze Nacht hindurch philosophisch zu diskutieren, ohne dass sich Ermüdung einstellt. Das Symposion (altgriechisch Συμπόσιον .mw-parser-output .Latn{font-family:"Akzidenz Grotesk","Arial","Avant Garde Gothic","Calibri","Futura","Geneva","Gill Sans","Helvetica","Lucida Grande","Lucida Sans Unicode","Lucida Grande","Stone Sans","Tahoma","Trebuchet","Univers","Verdana"}Sympósion „Gastmahl“ oder „Trinkgelage“, latinisiert Symposium) ist ein in Dialogform verfasstes Werk des griechischen Philosophen Platon. Damit werde der Vorrang der Vernunft gegenüber irrationalen Faktoren etabliert. Ihre Sichtweise habe er sich zu eigen gemacht. November 2020 um 19:15 Uhr bearbeitet. Der italienische Humanist und Staatsmann Leonardo Bruni fertigte 1435 eine unvollständige Übersetzung der Rede des Alkibiades ins Lateinische an. Platon, griechischer Philosoph, wurde 427 v. Druckansicht PDFIn Das Gastmahl des Platon 1869 Anselm Feuerbach depicts the scene in Platos. [154], Der im Symposion beschriebene erotische Aufstieg ist verschiedentlich mit der Sublimierung im Sinne von Freuds Psychoanalyse verglichen und als Sublimierungsvorgang gedeutet worden, da er vom sexuellen Vollzug wegführt. Diese Fähigkeit des Hervorbringens ist ebenso wie die Schönheit von göttlicher Art. Im Byzantinischen Reich hingegen war das Symposion bekannt; eine Reihe von byzantinischen Handschriften, die teilweise mit Scholien versehen sind, bezeugen das Interesse gebildeter Kreise an dem Dialog. Es sei durch den Sieg des Sokrates im Redewettstreit gleichsam die sichtbare Verkörperung des Vorrangs der Philosophie gegenüber der Poesie. Über die Götterwelt und die Menschheit breite er eine gewaltige Fülle von Wohltaten aus. Alkibiades hielt ebenfalls eine Lobrede, aber nicht auf Eros, sondern auf Sokrates. Dabei betonte er besonders den fiktionalen Charakter der platonischen Dialoge, um die Autorität des berühmten Philosophen zu untergraben. Wie sein Schüler Gellius berichtet, äußerte sich Tauros entrüstet über ignorante Anfänger, die den Dialog wegen des Auftritts des betrunkenen Alkibiades lesen wollten, statt sich für den philosophischen Gehalt zu interessieren. : Landesvermessungsamt Baden-Württemberg Ausgabe Stuttgart, Rutherford, R. B. Wenn Diotima dies meint, dann besteht ein schroffer Gegensatz zur Unsterblichkeitslehre, die Platons Sokrates im Dialog Phaidon nachdrücklich verteidigt. [22], Nach Phaidros und einigen weiteren Rednern ergreift Pausanias das Wort. Im Symposion zeigen seine Ausführungen, dass er die Regeln der Redekunst beherrscht. Nach dem Kugelmenschen-Mythos trachten die Götter begierig danach, von den Menschen Verehrung und Opfer zu erhalten, und nur aus diesem Grund lassen sie die Menschheit überleben. Sie beriefen sich auf antike Gepflogenheiten und knüpften mit ihrer Selbstbezeichnung an die Darstellung der „uranischen“ Erotik in der Rede des Pausanias im Symposion an. Der Liebende richtet den erotischen Drang im Lauf seines gestuften Erkenntnisprozesses auf immer umfassendere, allgemeinere, höherrangige und daher lohnendere Objekte. [48], Ein weiterer markanter Aspekt von Sokrates’ Unbeirrbarkeit und überlegener Haltung ist sein tapferes und umsichtiges Verhalten in Lebensgefahr und sein Gleichmut beim Ertragen körperlicher Strapazen. Phaidros wartete ebenso wie andere Tatverdächtige ein Gerichtsverfahren nicht ab, sondern floh ins Exil. [128], Friedrich Hölderlin war von Diotimas Ausführungen im Symposion stark beeindruckt und verwendete in seiner Liebeslyrik ihren Namen für die Geliebte. Er fügt hinzu, dass Eros auf dem philosophischen Erkenntnisweg, der zum absolut Schönen führe, der beste Helfer des Menschen sei. urteilte, Sokrates sei ein Narr gewesen, wenn er Alkibiades sexuell begehrt, aber den Trieb unterdrückt habe. Die Anregung zu dem Roman hatte Forster von dem Schriftsteller Edward Carpenter erhalten, der sich zum Ideal einer „uranischen“ Liebe bekannte.[146]. Es gab bei ihnen drei Geschlechter: ein rein männliches, ein rein weibliches und das gemischte der andrógynoi, die eine männliche und eine weibliche Hälfte hatten. [76], Die Schau des absolut Schönen ist faktisch der Endpunkt des Aufstiegs, falls dieser vollständig ausgeführt wird. Geburtstag von Anselm Feuerbach (1829–1880). philos. Da eine platonische Idee den Sinnen unzugänglich und nur geistig erfassbar ist, sind Begriffe wie „erblicken“, „sehen“ und „Schau“ in diesem Zusammenhang nicht wörtlich, sondern metaphorisch zu verstehen. Demnach geht es dem platonischen Erotiker eigentlich nur um ihn selbst. Das Gastmahl des Trimalchio (lateinisch Cena Trimalchionis) ist die längste erhaltene und die bekannteste Episode aus dem fragmentarisch überlieferten Roman Satyricon des Petronius Arbiter. Wie dieser ist er dazu berufen, den Menschen als Mittler zwischen ihnen und den Göttern das Göttliche näherzubringen. Gastmahl steht für: eine festliche Mahlzeit mit Gästen; Symposion, eine antike Art des Gastmahls; Literarische Werke: Symposion (Platon) – ein Dialog Platons; Symposion (Xenophon) – ein Dialog Xenophons; Das Gastmahl des Trimalchio – eine Satire des Titus Petronius; Das Gastmahl der sieben Weisen – ein Werk Plutarchs [79] Nach Vlastos’ Verständnis wird in Diotimas Eroslehre das geliebte Individuum nicht um seiner selbst willen geschätzt. Dabei deutete er die Gottheiten allegorisch. Einer nach dem anderen soll eine Rede zur Verherrlichung des göttlichen Eros halten. Chr. Es handle sich um einen Wettkampf, in dem Sokrates die Dichter Agathon und Aristophanes überwinde und so dem Leser die Überlegenheit der Philosophie vor Augen führe. [8], Phaidros tritt auch in Platons nach ihm benanntem Dialog Phaidros auf, wo ebenfalls die erotische Leidenschaft thematisiert wird. Sein Inneres aber ist göttlich und golden: Dort sind Götterbilder zu sehen für den, dem er sich öffnet. Im Rahmen seiner Einteilung der zwölf aus seiner Sicht wichtigsten Dialoge nach dem Inhalt ordnete er das Symposion der „theologischen“ Gruppe zu. Sie umschlangen einander in der Hoffnung zusammenzuwachsen und so ihre Einheit wiederzugewinnen. Jahrhunderts. [12], Nach Aristophanes ergreift der Gastgeber Agathon, ein junger Mann, das Wort. Dabei kamen die Gesprächsteilnehmer zu Ergebnissen, die der Lehre Diotimas radikal widersprechen. Bei der Aufgabe, die den Rednern in diesem Dialog gestellt wird, ist er in seinem Element, denn die Liebe ist ein Thema, das ihn besonders intensiv beschäftigt. Jahrhundert, Hrsg. ! Er fragte nach dem Ziel der Begierde des Alkibiades. Vielmehr erstreben beide Seelen etwas, was sie nicht benennen können, sondern nur ahnen; es ist ein Rätsel. Siehe zum Wettkampfcharakter David Sider: Siehe zur Dialogfigur Phaidros Luc Brisson: Siehe zur Rolle des Alkibiades Stanley Rosen: Zur Kugelform, die von einigen Forschern, die eine zylindrische Form annehmen, bestritten worden ist, siehe. Mit dem anfänglichen Beschluss der Gastmahlteilnehmer, die Flötenspielerin wegzuschicken, den Weingenuss zu begrenzen und sich auf den philosophischen Diskurs zu konzentrieren, ist das dionysische Element aus der Runde verbannt worden. Auffälligerweise thematisiert Diotima die platonische Vorstellung einer individuellen Unsterblichkeit der Seele nicht. Jahrhundert v. Jahrhundert das vier Dialoge umfassende Werk L’amorosa filosofia. Damit habe er auf die präziseste Weise die Stelle der Übertragung angezeigt. Darin berichtet ein Erzähler vom Verlauf eines Gastmahls, das schon mehr als ein Jahrzehnt zurückliegt. [52], Die Rede des Pausanias zeigt äußerlich Übereinstimmungen mit der des Sokrates, doch fehlt ihr philosophische Tiefe. Das bedeutet allerdings nicht, dass Diotimas Lehre mit Platons eigener Überzeugung völlig identisch sein muss. Datenschutzerklärung. [41], So wie der mythische Eros trachten auch die von seiner Macht ergriffenen Menschen nach dem Schönen und Guten. Das Gastmahl im Haus des Agathon geht auf ein Ereignis aus dem Jahr 416 v. Chr. Platons Gastmahl wird hier in einer neuen deutschen Übersetzung vorgelegt, die auf der 2006 erschienenen zweisprachigen Ausgabe beruht. platon s werke abebooks. Als Arzt und Sohn eines Arztes fasst er den Eros aus physiologischer Perspektive ins Auge. In diesem Zusammenhang wies er auf Unstimmigkeiten hin, auf die er bei der Überprüfung einzelner Angaben Platons anhand historischer Fakten gestoßen war. Einen maßgeblichen Impuls erhielt die Debatte 1973 durch die Veröffentlichung einer in der Folgezeit einflussreichen Untersuchung von Gregory Vlastos über die Rolle des Individuums als Objekt platonischer Liebe. Dies zeigt sich bei allen Lebewesen. Demnach bezieht sich das Streben nach Fortdauer, von dem Diotima redet, nur auf das Dasein im Bereich der vergänglichen Sinnesobjekte. Das Gastmahl im Hause des Levi: hist. Nach Platons Verständnis löst die Philosophie das ein, was die Mysterien versprechen. Zur Zeit des fiktiven Dialoggeschehens war er etwa 34 Jahre alt und stand auf der Höhe seiner Macht. [143], Der Dichter Shelley war vom Symposion fasziniert. Außerdem beruft er sich auf Sokrates, der ihm einzelne Angaben des Aristodemos bestätigt hat. Ohne Diotimas Eros-Mythos zu kennen, bietet Alkibiades ein teils ernstes, teils humoristisch wirkendes Porträt des Sokrates als Verkörperung des von Diotima beschriebenen Eros. Er ging naiv von der Annahme aus, Eros sei ein großer, schöner und guter Gott und liebe das Schöne. ; † 208/4 v. [31], Der Gegenwarts- und Zukunftsbezug des Mythos, Aristophanes äußert seine Wertschätzung für die Homoerotiker; sie seien von Natur aus die männlichsten Männer und als Liebhaber des ihnen Ähnlichen dem eigenen Geschlecht zugetan. [43], Die erotische Anziehungskraft, die sich zunächst bei der Begegnung mit Körperschönheit geltend macht, erlangt eine neue Qualität, wenn sich der Erotiker den Bereich seelischer Schönheit erschließt. Vom Vater hat er seine Tatkraft und Schlauheit, seine Zauberkunst und die starke Neigung zum Schönen und Guten, die ihn antreibt. [5], Aristodemos, der einer der Gäste in Agathons Haus war, hat Apollodoros einen detaillierten Bericht über den Verlauf des Symposions gegeben. Chr., das Todesjahr des Alkibiades. Die Gleichsetzung des Eros mit der sichtbaren Welt lehnte er ab. Er übermittelt den Menschen das, was ihnen diesbezüglich von den Göttern zukommen soll. Der Liebende sei dem Göttlichen näher als der Geliebte, denn in ihm sei der Gott Eros selbst anwesend. Nun legt Sokrates die Einsichten dar, die er aus Diotimas Ausführungen gewonnen hat. Leonard Bernstein komponierte eine Serenade für Solovioline, Streichorchester, Harfe und Schlagzeug „nach Platons Symposion“ (Werkverzeichnisnummer 255), die 1954 in Venedig unter seiner Leitung uraufgeführt wurde. Der Himmelsherrscher Zeus beriet mit den anderen Göttern, wie auf diese Anmaßung zu antworten sei. Sokrates ist zur Zeit der Rahmenhandlung noch am Leben. Im 20. und 21. Unzählige Versuche, aus den Texten eine systematische Lehre Platons zu rekonstruieren oder ihm zumindest einzelne Lehrmeinungen eindeutig zuzuordnen, sind Gegenstand anhaltender Forschungsdebatten. Die Rede des Sokrates, der als letzter das Wort ergriff, bildete den Höhepunkt des Gastmahls. Alle Teilnehmer des Gastmahls, deren Reden in Platons Werk wiedergegeben werden, sind Personen, die tatsächlich gelebt haben. Später wird auch die Schönheit von Erkenntnissen für ihn wahrnehmbar. Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Das sei eine illegitime und verhängnisvolle Einmischung des Verstandes in Angelegenheiten der Seele. Die Veröffentlichung dieser Übersetzung im Jahr 1546 gab der Rezeption des im Symposion dargelegten Gedankenguts in der französischen Dichtung einen bedeutenden Impuls. Dieser hat anlässlich seines Sieges im Wettkampf der Tragödiendichter seine Freunde zu einem festlichen Beisammensein eingeladen. Jeder beleuchtete das Thema unter einem besonderen Aspekt. In seiner Abhandlung Die vier Grundbegriffe der Psychoanalyse (1964) konstatierte Lacan, die Übertragung sei im Symposion „in vollendeter und strengster Form“ artikuliert. Mit dem überraschenden, groben Eindringen des Alkibiades und seines Gefolges ist der zunächst ausgeschlossene Dionysos zurückgekehrt und hat seinen Anspruch auf Beachtung geltend gemacht. (Buch (kartoniert)) - portofrei bei eBook.de. Daher richtet sich nun die Liebe auf diese Person, auch wenn sie äußerlich unansehnlich ist. Die volkssprachliche Fassung wurde zum Prototyp einer Reihe von Abhandlungen, die als Liebestraktate (trattati d’amore) bezeichnet werden. Er allein vermag Alkibiades die Sinnlosigkeit des Lebens, das dieser führt, und die Notwendigkeit einer radikalen Veränderung begreiflich zu machen. Die Redner konkurrieren miteinander, ihre improvisierten Reden sind Ausdruck eines Wettkampfs, den derjenige gewinnt, der die anfangs gestellte Aufgabe am besten bewältigt.[4]. Dadurch erhält der Aufstieg zum Schönen die Qualität einer religiösen Initiation. Zu ihren Merkmalen gehöre die Bereitschaft, sich den Staatsgeschäften zu widmen. Sokrates bleibt noch eine Weile grübelnd und allein draußen, was die Anwesenden verwundert. Dazu wählt er einen anderen Weg als die Vorredner: Er will nicht den Eros preisen, sondern als Erotiker über Sokrates, den er liebt, reden. In Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften erhält die Gastgeberin eines Salons von einem Bewunderer den Namen Diotima. Das Gastmahl. Ten Essays in Platonic Interpretation, Fröhlich, Edeltraut Das erotische Element, Hrsg. Bei seiner Suche nach solchen Widersprüchen wurde er auch im Symposion fündig. Der Mythos deutet die erotische Begierde als Ausdruck des Strebens der halbierten Menschen nach Wiedervereinigung mit der jeweils fehlenden Hälfte. An jenem denkwürdigen Tag hielten die Teilnehmer der Reihe nach Reden über die Erotik. Jahrhundert hat Platons literarische Leistung viel Lob gefunden. Wenn Hephaistos, der Gott des Feuers und der Schmiede, mit seinen Werkzeugen zu ihnen träte und sie fragte, was sie eigentlich voneinander wollten, und ihnen vorschlüge, sie zusammenzuschmelzen, damit sie sich auch im Tod und nach dem Tode in der Unterwelt nicht trennen müssten, so würden sie seinen Vorschlag gern annehmen und erkennen, dass dies ihr eigentliches Ziel ist. Bestseller Neuerscheinungen Preishits ² eBooks verschenken . Im Zuge des Website-Relaunchs finden Sie hier vorerst keine hochauflösenden Abbildungen. Die Liebeslehre jedoch, die Diotima im Dialog vorträgt, ist in der Moderne außerhalb philosophischer und altertumswissenschaftlicher Kreise schweren Missverständnissen ausgesetzt. Da er zwischen Gottheit und Mensch steht, ist er ein Daimon („Dämon“, aber nicht im heute gängigen, meist abwertenden Sinn dieses Begriffs). Der Weg beginnt mit der spontanen Begierde nach einem einzelnen schönen Körper und endet mit dem würdigsten Ziel, der Wahrnehmung des nur geistig erfassbaren „Schönen an sich“. Sein Verständnis des Eros beschränkt sich aber auf die konventionelle Sichtweise seiner Zeit, die er gefällig präsentiert; weiterführende Gedankengänge trägt er nicht bei. Das wurde als schweres Verbrechen gegen die Religion strafrechtlich verfolgt. Manche diesbezügliche Einzelheiten werden von anderen Quellen bestätigt. Es handelt sich nicht um einen Bericht über ein historisches Ereignis, sondern um einen fiktionalen, literarisch gestalteten Text. [42], Fragt man nach der Ursache des Erzeugungsdrangs, so stößt man auf ein Grundprinzip der Natur: Alles Sterbliche strebt von Natur aus nach Fortdauer, nach Unsterblichkeit. Es gebe keinen anderen Zugang zum wahrhaften Sein als den Weg durch Negationen hindurch zum Konstituierenden in den einzelnen Wissenschaften. einer der einflussreichsten athenischen Politiker. Zwei Redner – der Komödiendichter Aristophanes und Platons Lehrer Sokrates – präsentierten originelle Deutungen des Eros. gestaltet. Daher müsse man differenzieren. Er entwickelt keine Theorie des Eros, sondern berichtet als Erotiker von seinem Erleben. Der einflussreiche Neuplatoniker Iamblichos († um 320/325) nahm das Symposion in den Lektürekanon seiner Philosophenschule auf und behandelte es im Unterricht für fortgeschrittene Philosophieschüler. Dies erinnert an die später von Aristoteles vertretene Lehre, wonach es für sterbliche Individuen eine Unvergänglichkeit nur in einem uneigentlichen Sinn gibt. Erst neulich hat Apollodoros einem schlecht informierten Bekannten davon berichtet. Außerdem sei er geschmeidig, denn wenn er spröde wäre, könnte er nicht unbemerkt in jede Seele eintreten und dann auch wieder hinausgelangen. Die letztere (amor vulgaris) betrachtete er als Krankheit. Der historische Phaidros war ein vornehmer Athener aus dem Demos Myrrhinous, der tatsächlich zum Umkreis des Sokrates gehörte. Im letzten Teil des Dialogs wird das unerwartete Ende der Redenreihe geschildert: Der prominente Politiker Alkibiades, der später als Feldherr berühmt wurde, kam betrunken ins Haus, nachdem Sokrates seine Ausführungen beendet hatte. Vielmehr erörtert sie nur das Streben der sterblichen Wesen nach „Fortdauer“ durch Nachkommenschaft oder Nachruhm, also nach „Unsterblichkeit“ in einem übertragenen Sinn. Dagegen spricht aber, dass Agathons Rede im Vergleich mit der seines Vorredners Aristophanes eindeutig keine Steigerung bietet. Nur dieses Dasein betrachtet Diotima als vergänglich. Er behauptet, es gebe nicht nur einen Eros, sondern zwei, und ebenso existiere auch die Liebesgöttin Aphrodite doppelt. Besondere Vorzüge des Werks seien „das subtile Studium der Übergänge, das Spiel mit der Vieldeutigkeit der Motive, denen stets neue und überraschende Wendungen abgewonnen werden“, sowie eine „besonders hintergründige Kunst der abgestuften Perspektiven“. Der einstige Urzustand ist zwar längst vergessen, aber die Sehnsucht nach einer Überwindung der Ur-Trennung bleibt bestehen. [105] Tauros betonte – wie im Platonismus üblich –, man solle mehr auf den Inhalt achten als auf die Form, doch wies er auch mit Stolz auf die rhetorische Brillanz in der Rede des Pausanias hin; kein Rhetor habe eine so vortreffliche Prosa geschaffen wie Platon. Manche Gäste brachen auf, andere schliefen ein. Jahrhundert v. Chr. Staatliche Kunsthalle Karlsruhe 1990, Nr. Zumindest Teile des Inhalts waren dort aber bekannt, darunter der Kugelmenschen-Mythos, der in abgewandelter Form weite Verbreitung fand. Holzstich, koloriert, von Forberg nach der 1. Also erzähle mir doch. Apollodoros, der in der Rahmenhandlung als Erzähler auftritt, war ein eifriger Anhänger des Sokrates und begleitete ihn stets. Der historische Aristophanes hingegen verspottete Sokrates und die sokratische Philosophie in seiner 423 aufgeführten Komödie Die Wolken. des Religionsfrevels beschuldigt wurde. Die Philosophie habe sich aber nur dadurch zu dieser Würde aufschwingen können, dass sie selbst Dichtung geworden sei oder zumindest in den Reden von Aristophanes und Sokrates dichterische Werke höchsten Ranges geschaffen habe, die das Wesen der Philosophie „unabhängig von allem Meinungskampf in unsterblicher Kraft uns vor Augen führten“. Der Aufstieg zu umfassenderen Stufen der Liebe müsse nicht mit einem Erlöschen der Liebe zum Individuum verbunden sein, sondern diese werde nur anders betrachtet und eingeordnet. Unter philosophiegeschichtlichem Gesichtspunkt ist zu beachten, dass generell die Ansichten, die Platon seiner Dialogfigur Sokrates in den Mund legt, nicht mit denen des historischen Vorbilds übereinstimmen müssen. Einige der Redner gingen auf konventionelle Weise vor, indem sie den Liebesgott verherrlichten und segensreiche Auswirkungen der erotischen Liebe schilderten und priesen. Von solcher Erweiterung des Blickfelds ausgehend entwickelt Diotima ihre Lehre von der rechten philosophischen Lenkung des erotischen Drangs. [150] Georg Picht stellte 1968/69 fest, es handle sich um eine Komposition, in der jedes Stück seinen eigenen Ton und Stil habe, und alle diese Tonarten seien aufs genaueste aufeinander abgestimmt. [139], Die Philosophin Simone Weil interpretierte in ihrer 1951 erschienenen Schrift Intuitions pré-chrétiennes den Kugelmenschen-Mythos. Platon: Das Gastmahl - 'Reclam Universal-Bibliothek'. Er vertrat die Ansicht, die Reden seien so konzipiert, dass sie aufeinander aufbauten; Sokrates runde „das von ihnen allmählich aufgeführte Gebäude“ zu einer Kuppel. Da der ehrgeizige Politiker die geforderte Selbstdisziplin nicht aufbringt, würde er den unangenehmen Ermahnungen des unnachsichtigen Philosophen gern entgehen. Als weise Seherin verfügt sie über eine Einsicht, die der philosophische Diskurs allein nicht vermitteln kann. Er steht beispielhaft für die begabten und ehrgeizigen Politiker, die Staaten lenken wollen, aber sich selbst nicht zu beherrschen vermögen und an ihrem Mangel an Selbstdisziplin scheitern. Daher solle man alles, was zur Erotik gehört, ehren und sich auf diesem Gebiet übend betätigen. Der Philosoph Frans Hemsterhuis (1721–1790), der sich als Sokratiker betrachtete, nannte die gebildete Fürstin Amalie von Gallitzin, mit der er intensiv korrespondierte, „Diotima“, sich selbst im Umgang mit ihr „Sokrates“.